Blogbeitrag von Chrischan Bublitz, veröffentlicht am , aktualisiert am

Präsentationstechniken im Überblick: Gliederung, Medien, Visualisierung und Techniken für das Referat

Präsentationstechniken sind Methoden, mit denen eine Präsentation gegliedert, veranschaulicht und vorgetragen wird, damit das Publikum der Kernbotschaft folgen kann.

Was sind Präsentationstechniken?

Präsentationstechniken sind alle Methoden, die eine Präsentation verständlich machen: wie der Inhalt geordnet wird, welches Medium ihn zeigt, wie er veranschaulicht wird und wie das Publikum beteiligt ist. Wer diese Techniken kennt, kann für jeden Anlass bewusst wählen, statt immer dieselben Folien zu bauen.

  • GliederungIn welcher Reihenfolge der Inhalt erzählt wird.
  • MedienWomit der Inhalt gezeigt wird, etwa Folien, Flipchart oder Handout.
  • VisualisierungWie Zahlen, Abläufe und Zusammenhänge sichtbar werden.
  • InteraktionWie das Publikum einbezogen wird.
  • VortragWie gesprochen wird, mit Stichworten, Pausen und Wiederholung der Kernbotschaft.

Wer diese Techniken sicher anwendet, verfügt über das, was oft Präsentationskompetenz genannt wird: die Fähigkeit, ein Thema für ein bestimmtes Publikum passend aufzubereiten und überzeugend vorzutragen.

Welche Gliederungsmodelle gibt es für eine Präsentation?

Ein Gliederungsmodell legt fest, in welcher Reihenfolge eine Präsentation ihre Inhalte erzählt. Das passende Modell hängt vom Ziel ab: informieren, überzeugen, eine Entscheidung herbeiführen oder einen Verlauf erklären.

Gliederungsmodelle im Vergleich
ModellAufbauPasst für
Einleitung, Hauptteil, SchlussThema und Nutzen nennen, Inhalt entfalten, Kernbotschaft wiederholenfast jede Präsentation als Grundgerüst
Problem, Ursache, LösungAusgangslage schildern, Gründe zeigen, Vorschlag machenVerbesserungsvorschläge und Projektideen
ChronologischEreignisse in zeitlicher ReihenfolgeProjektberichte, Rückblicke, historische Themen
Pro und ContraArgumente dafür, Argumente dagegen, eigene AbwägungEntscheidungsvorlagen und Diskussionen
FünfsatzEinstieg, drei Gedankenschritte, Schlussfolgerung mit Appellkurze Statements und Stellungnahmen
AIDAAufmerksamkeit, Interesse, Wunsch, HandlungPräsentationen, die zu einer Handlung bewegen sollen
Vom Allgemeinen zum BesonderenÜberblick zuerst, dann Details und BeispieleFachthemen für Einsteiger

Wie funktioniert der Fünfsatz?

Der Fünfsatz ist ein Gliederungsmodell aus der Rhetorik, das eine Aussage in fünf Schritten auf ein Ziel zuführt. Er eignet sich besonders für kurze Beiträge, etwa ein Statement in einer Besprechung oder eine Stellungnahme in wenigen Minuten.

  1. EinstiegDas Thema nennen und Aufmerksamkeit wecken.
  2. Erster GedankeDas erste Argument, die erste Ursache oder der erste Schritt.
  3. Zweiter GedankeDas zweite Argument oder der nächste Schritt.
  4. Dritter GedankeDas dritte Argument oder ein Beispiel, das die ersten beiden stützt.
  5. ZielDie Schlussfolgerung und ein klarer Appell an das Publikum.

Der Fünfsatz kennt Varianten: Die drei mittleren Schritte können eine Kette bilden, zwei Seiten gegeneinanderstellen oder von einem Problem zu einer Lösung führen. Entscheidend ist immer der fünfte Satz, denn auf ihn läuft alles hinaus.

Welche Medien eignen sich für eine Präsentation?

Das Medium einer Präsentation sollte zum Raum, zur Gruppengröße und zum Ziel passen. Folien sind nicht immer die beste Wahl; für kleine Gruppen und Arbeitsphasen wirken Flipchart oder Pinnwand oft lebendiger.

Medien im Vergleich
MediumStärkeGrenzeEignet sich für
Beamer und Foliengut für Bilder, Diagramme und große Räumeverleitet zu Textfolien und hängt von der Technik abVorträge vor größerem Publikum
Flipchartentsteht vor dem Publikum, wirkt persönlichbegrenzter Platz, für große Räume zu kleinkleine Gruppen, Skizzen, Zwischenergebnisse
Whiteboardschnell beschrieben und wieder gelöschtInhalte gehen nach dem Wischen verlorenErklärungen, die Schritt für Schritt entstehen
Pinnwand mit KartenInhalte lassen sich umsortieren und gemeinsam ordnenbraucht Platz und VorbereitungWorkshops, Sammeln und Ordnen von Ideen
HandoutPublikum hat die Inhalte zum Mitnehmenlenkt ab, wenn es während des Vortrags gelesen wirdDaten, Quellen und Details für später
Gegenstand oder Modellmacht ein Thema greifbarnicht für jedes Thema verfügbarProdukte, Technik, Anschauungsobjekte
Kurzes Videozeigt Abläufe und Stimmenunterbricht den Vortrag, Technik muss sitzenAbläufe, Beispiele, Einstieg

Wie wählt man das passende Medium?

Das passende Medium ergibt sich aus wenigen Fragen, die vor der Vorbereitung beantwortet werden sollten. Oft ist eine Kombination sinnvoll, etwa Folien für den Vortrag und ein Flipchart für Fragen.

  • Wie groß ist die Gruppe, und können alle das Medium vom Platz aus gut sehen?
  • Soll das Publikum zuhören, mitarbeiten oder entscheiden?
  • Welche Technik ist vor Ort vorhanden, und was passiert, wenn sie ausfällt?
  • Muss das Publikum etwas mitnehmen, oder genügt die Erinnerung an die Kernbotschaft?
  • Wie viel Zeit steht für die Vorbereitung zur Verfügung?

Welche Visualisierungstechniken helfen beim Präsentieren?

Visualisierung macht Zahlen, Abläufe und Zusammenhänge auf einen Blick verständlich. Die wichtigste Regel lautet: Jede Darstellung zeigt genau eine Aussage, und die Überschrift nennt diese Aussage.

Welche Darstellung passt zu welcher Aussage?
AussagePassende Darstellung
Werte vergleichenBalken- oder Säulendiagramm
Entwicklung über die Zeit zeigenLiniendiagramm
Anteile an einem Ganzen zeigenKreisdiagramm mit wenigen Teilen oder gestapelter Balken
Ablauf oder Reihenfolge erklärenFlussdiagramm oder nummerierte Schritte
Zusammenhänge zeigenMindmap oder Schaubild mit Pfeilen
Gegenüberstellenzweispaltige Tabelle

Zur Gestaltung von Folien, also Textmenge, Schrift und Bildern, steht mehr im Beitrag Präsentation halten: Tipps für sicheres Auftreten.

Welche Techniken binden das Publikum ein?

Interaktionstechniken machen aus Zuhörenden Beteiligte. Schon eine kurze Frage oder ein Handzeichen holt die Aufmerksamkeit zurück, besonders nach einem dichten Abschnitt.

TechnikSo geht esWann sie passt
Frage an das PublikumEine offene Frage stellen und kurz warten, bevor die eigene Antwort kommtEinstieg und Übergänge
Abfrage per Handzeichen„Wer von Ihnen hat schon …?“ und kurz zählengrößere Gruppen, schnelle Stimmungsbilder
KartenabfrageJede Person schreibt eine Antwort auf eine Karte, die Karten werden an der Pinnwand geordnetWorkshops und Besprechungen
MurmelrundeZwei Nachbarn tauschen sich eine Minute zu einer Frage ausnach einem dichten Abschnitt, vor einer Fragerunde
Beispiel aus dem PublikumEine Person nennt ein eigenes Beispiel, das die Präsentation aufgreiftThemen mit Alltagsbezug
Live-SkizzeEin Zusammenhang entsteht während des Sprechens am FlipchartErklärungen in kleinen Gruppen

Welche Vortragstechniken unterstützen die Wirkung?

Vortragstechniken betreffen das, was zwischen Medium und Publikum passiert: das freie Sprechen. Einige einfache Mittel helfen besonders.

  • Mit Stichwortkarten statt ausformuliertem Text arbeiten.
  • Die Kernbotschaft am Anfang nennen und am Schluss wiederholen.
  • Die Dreierregel nutzen: Drei Punkte bleiben leichter im Gedächtnis als sieben.
  • Vor wichtigen Aussagen eine kurze Pause setzen.
  • Beispiele und kurze Geschichten einbauen, die das Abstrakte greifbar machen.
  • Übergänge ansagen, etwa „Nach dem Problem kommen wir zur Lösung“.

Körpersprache, Stimme und sicheres Auftreten behandelt der Beitrag Präsentation halten: Tipps für sicheres Auftreten, die Grundlagen der Redekunst der Beitrag Rhetorik: Bedeutung, Stilmittel und Übungen.

Welche Präsentationstechniken helfen beim Referat?

Ein Referat zu halten heißt, ein Thema für Mitschüler, Kommilitonen oder Kollegen aufzubereiten und frei vorzutragen. Die Präsentationstechniken sind dieselben wie im Beruf, nur der Rahmen ist enger: Zeit, Thema und oft auch das Medium sind vorgegeben.

  1. Thema eingrenzenLieber einen Ausschnitt gründlich erklären als ein großes Thema oberflächlich streifen.
  2. Gliederung zeigenZu Beginn kurz sagen, welche Punkte kommen, und sich daran halten.
  3. Einen Einstieg wählenEine Frage, ein Bild oder ein überraschender Gedanke weckt Interesse.
  4. Stichwortkarten nutzenNur Stichworte notieren, die Karten nummerieren und frei sprechen.
  5. Zeit übenDas Referat laut und mit Uhr proben, damit die vorgegebene Zeit passt.
  6. Quellen nennenAuf der letzten Folie oder im Handout angeben, woher die Informationen stammen.
  7. Fragen einplanenAm Ende Zeit für Fragen lassen und mögliche Fragen vorher durchdenken.

Wer vor dem Referat nervös ist, ist in guter Gesellschaft. Hinweise zum Umgang mit Nervosität stehen im Beitrag Lampenfieber überwinden.

Wie lassen sich Präsentationstechniken üben?

Präsentationstechniken lassen sich am besten üben, indem man sie nacheinander ausprobiert, statt alles auf einmal zu ändern. Jede Präsentation ist eine Gelegenheit, eine neue Technik zu testen.

  • Für die nächste Präsentation bewusst ein anderes Gliederungsmodell wählen.
  • Einmal ohne Folien präsentieren, nur mit Flipchart oder Stichwortkarten.
  • Eine Interaktionstechnik einbauen und beobachten, wie das Publikum reagiert.
  • Den Vortrag aufnehmen und anschließend nur auf Übergänge und Pausen achten.
  • Rückmeldung zu einer einzigen Frage einholen, etwa: War die Kernbotschaft klar?

Gibt es einen Workshop zum sicheren Präsentieren?

Chrischan Bublitz bietet den Workshop „Von der Nervosität zur Souveränität – Sich selbst und / oder sein Thema sicher präsentieren“ an. Der Workshop dauert variabel 2, 4 oder 8 Stunden. Zu den möglichen Schwerpunkten gehören der eigene Auftritt mit Haltung, Stimme und Blickkontakt, der Aufbau eines Themas und der Umgang mit Fragen oder Unerwartetem.

Chrischan Bublitz ist in Nordrhein-Westfalen buchbar, die Preise nennt er auf Anfrage per E-Mail. Mehr zu Dauer, Schwerpunkten und Anfrage steht auf der Seite Präsentationstraining mit Chrischan Bublitz.

Häufige Fragen zu Präsentationstechniken

Welche Präsentationstechniken gibt es?

Präsentationstechniken lassen sich in fünf Gruppen einteilen: Gliederung, Medien, Visualisierung, Interaktion mit dem Publikum und Vortragstechnik. Zu jeder Gruppe gibt es mehrere Methoden, etwa den Fünfsatz für die Gliederung oder die Kartenabfrage für die Interaktion.

Was ist der Fünfsatz?

Der Fünfsatz ist ein Gliederungsmodell aus der Rhetorik. Nach einem Einstieg folgen drei Gedankenschritte, und der fünfte Satz zieht die Schlussfolgerung mit einem Appell an das Publikum.

Welches Medium eignet sich für kleine Gruppen?

Für kleine Gruppen eignen sich Flipchart, Whiteboard und Pinnwand besonders gut, weil Inhalte vor dem Publikum entstehen und sich gemeinsam bearbeiten lassen. Folien sind dort oft nicht nötig.

Wie hält man ein gutes Referat?

Ein gutes Referat hat ein eingegrenztes Thema, eine sichtbare Gliederung, einen interessanten Einstieg und einen klaren Schluss. Es wird mit Stichwortkarten frei gesprochen und vorher mit Uhr geprobt.

Was ist eine Kartenabfrage?

Bei einer Kartenabfrage schreibt jede Person ihre Antwort auf eine Karte. Die Karten werden an einer Pinnwand gesammelt und nach Themen geordnet, sodass die Ergebnisse der Gruppe sichtbar werden.

Workshop zum sicheren Präsentieren anfragen

Preise und Termine erhalten Sie auf Anfrage. Die E-Mail ist schon vorbereitet.

E-Mail an chrischbublitz@gmail.com